Qualitätsmanagement in Krankenhäusern

Zertifizierungsverfahren:
KTQ-Verfahren / proCum Cert-Verfahren

Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben muss jedes Krankenhaus ein umfassendes und hierarchieübergreifendes Qualitätsmanagement haben. Gleichzeitig wächst der wirtschaftliche Druck auf die Krankenhäuser. Das ab 2004 eingeführte System, Krankenhausleistungen nach Fallpauschalen abzurechnen, zwingt die Krankenhausträger, ihre internen Strukturen in den Kliniken zu überdenken und Strategien zu entwickeln, um sich im Wettbewerb möglichst gut zu positionieren. Dazu ist ein Qualitätsmanagement unerlässlich.

Dabei werden alle Krankenhausbereiche gleichsam „über den Prüfstand“ gefahren. Sämtliche Abläufe, von der Aufnahme des Patienten bis hin zu seiner Entlassung, werden dabei untersucht. Ziel ist es, durch Qualitätssicherungsmaßnahmen die medizinische und pflegerische Versorgung der Patienten weiter zu verbessern und die Arbeit möglichst wirtschaftlich zu gestalten.

In deutschen Krankenhäusern werden unterschiedliche Qualitätsmanagementsysteme eingesetzt. Die am häufigsten angewandten Modelle sind KTQ und proCum Cert.

 

 

KTQ-Verfahren


Hinter dem Kürzel KTQ steht "Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus". Unter dem Dach der KTQ-GmbH sind alle Krankenkassen, die Bundesärztekammer, der Deutsche Pflegerat und die Deutsche Krankenhausgesellschaft zusammengeschlossen. Diese Gesellschaft hat für alle Krankenhäuser Deutschlands verbindliche Qualitätskriterien festgelegt. Das KTQ-Verfahren ist eine nationale Qualitätsinitiative aller Krankenhausverbände. Es umfasst die Qualitäts-kategorien Patienten, Mitarbeiter, Sicherheit, Information und Qualitätsmanagement.

 

 



 

proCum Cert-Verfahren


Um die besonderen Anforderungen an das Qualitätsprofil kirchlicher Krankenhäuser berücksichtigen zu können, haben der Katholische und Evangelische Krankenhausverband sowie die kirchlichen Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie eine eigene Zertifizierungsgesellschaft mit dem Namen proCum Cert gegründet.

Hinter proCum Cert stehen der Katholische Krankenhausverband, der Deutsche Caritasverband, der Deutsche Evangelische Krankenhausverband, das Diakonische Werk der EKD, die Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS) und der ECCLESIA-Versicherungsdienst.

Das Zertifizierungsverfahren proCum Cert beinhaltet die KTQ-Qualtitätskategorien (Patienten, Mitarbeiter, Sicherheit, Information, Qualitätsmanagement) und die als christliches Profil konfessioneller Krankenhäuser festgelegten zusätzlichen Kategorien Trägerverantwortung, Krankenhausführung, Spiritualität und Gesellschaft. Die Zertifizierung nach proCum Cert schließt also die KTQ-Zertifizierung mit ein.


 



zurück
drucken